meiblog

wartet auf Benutzung

Friday, January 13, 2006


Erläutere die zentralen Interessen des Strukturalismus Lévi-Strauss`scher Prägung.
Wie ist die Bedeutung des strukturalistischen Ansatzes aus heutiger Sicht zu bewerten, auf welche Forschungsbereiche konzentrierten sich nachfolgende Anthropologen/Innen, und warum?

Unter all den noch lebenden ist Claude Lévi-Strauss der wohl bekannteste Anthropologe und Vertreter des Strukturalismus. War der Strukturalismus auch nicht seine Erfindung, so muss man ihm zumindest zugestehen, einen großen Einfluss auf diese Strömung hinterlassen zu haben.

Claude Lévi-Strauss wurde 1908 in Brussels als Sohn eines Künstlers geboren. Er verbrachte
seine Kindheit in Paris und besuchte dort auch das Janson-de-Sailly Gymnasium.
Nach einem erfolgreichen Studiumsabschluss von Recht und Philosophie unterrichtete er in Mont-de-Marsan.
1935 erlang er einen Posten an der Universität von Sao Paolo, Brasilien, wo erstmals sein Interesse für die Anthropologie geweckt wurde.
Der zweite Weltkrieg brachte ihn nach New York, wo ihm die Bereiche der strukturellen Linguistik besonders durch seinen Freund Roman Jakobson näher gebracht wurden und die auch seine weiteren Arbeiten noch stark beeinflussten.
1948 kehrte er für immer nach Frankreich zurück, wo er am Institut d’Ethnologie zu unterrichten begann. Weiters war er auch für die UNESCO tätig, gründete das Laboratoire d’Anthropologie Sociale und die anthropologische Zeitschrift L’homme.
Seine bekanntesten und wichtigsten Werke sind „Tristes Tropiques“, „Les Structures Elémentaire de la Parenté“ und „Mythologique“[1], [2]
Kritisiert wurde und wird Claude Lévi- Strauss vor allem für seine mangelnden ethnografischen Erfahrungen, da seine Informationen, bis auf wenige Ausnahmen wie das Werk „traurige Tropen“, vor allem auf Quellen anderer basieren[1]

Es ist schwer eine gängige, allgemeingültige Definition von Strukturalismus zu finden.
Robert Deliège definiert ihn in seinem Werk „Lévi-Strauss Today“ in etwa als eine Bewegung der Humanwissenschaften, welche auf einem linguistischen System basiert, das soziale Phänomene auf ihre Beziehungen reduziert[1]
Alan Barnard bezieht sich in „History and Theory in Anthropology“ auf theoretische Perspektiven, welche die Struktur über die Substanz, die Materie stellt. Dinge können nicht isoliert, sondern müssen im Kontext betrachtet werden[5]
Die Sichtweise des Lévi-Strauss`schem Strukturalismus ist nicht als Methode zu betrachten, sondern als „way of looking at things“[1]
Geprägt wurde Strauss vor allem von Jean-Jacques Rousseau, welcher für ihn der eigentliche Vater der Anthropologie ist. Besonders teilt er Rousseaus Ansicht „primitive“ Völker zu untersuchen um auch die „modernen“, industrialisierten Gesellschaften zu verstehen[1]
Einen großen Einfluss auf seine Überlegungen hatte der Schweizer Ferdinand de Saussure, Begründer der strukturellen Linguistik. Seine revolutionäre Methode naturwissenschaftliche Prinzipien auf einen geisteswissenschaftlichen Bereich zu übertragen, inspirierte Lévi-Strauss dieses Prinzip auch für die Anthropologie geltend zu machen[4], [5]


In seinen Werken beschäftigt sich Lévi-Strauss vor allem mit zwei größeren Themenbereichen:
den soziale Banden (mit einem besonderem Schwerpunkt auf Verwandtschaft) und den Mythen.[6]



Verwandtschaft
Bis zu diesem Zeitpunkt waren vor allem Denkansätze der Abstammungs- und
Deszendenztheorien vertreten, Lévi-Strauss schaffte damals einen völlig neuen Ansatz der Verwandtschaftsanalyse. Er betrachtete diese nicht nach Herkunftsverhältnissen, sonder nach der Art der Heirat, wobei er zwischen zwei Gesellschaftsordnungen differenzierte:

1) Heiratsgebote, bei welchen die Gesellschaft empfiehlt oder vorschreibt aus welcher Gruppe geheiratet werden soll
2) Heiratsverbote, bei welchen nur vorgeschrieben ist, aus welcher Gruppe nicht geheiratet werden darf[4]

Von großer Bedeutung ist hierbei, dass beide Formen den Inzest als ein striktes Tabu sehen. Das Verbot verwandtschaftlichen Bindungen wird zwar unterschiedlich ausgelegt, Beziehungen zwischen Eltern und Kinder gelten jedoch universell als inakzeptabel[1], [2]
Den Kern seiner Verwandtschaftsanalyse nennt Claude Lévi-Strauss „Allianztheorie“.
Diese besagt, dass die gesellschaftliche Integration und Position jedes einzelnen wichtiger ist als das Individuum selbst[1]

Inspiriert für diesen Themenbereich wurde Lévi-Strauss vor allem von Marcel Mauss und dessen Werk „Die Gabe“. Darin behauptet Mauss, dass der Gabenaustausch die Hauptform des Austausches ist und die Basis für Gesellschaften gründet.
Strauss legte dieses System auf Heiratsbeziehungen, die so genannte
„cross cousin marriage“ um und behauptet, dass alle Formen des Verwandtschaftssystems auch auf einem Austausch, nämlich dem Frauenaustausch basieren[1], [2]
Für diese Behauptung wird er später sehr oft kritisiert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Strukturalismus verkörperte für Claude Lévi.-Strauss der „l’esprit humain“, das kollektive Unbewusste[1]
Ungeachtet von Gesellschaft oder Kultur, findet sich bei der Menschheit ein ähnliches Gedankenmuster wieder, wobei Lévi- Strauss hier auf einfache, binäre Gegenpaare anspielt. Jeder Begriff kann jedoch nur im Kontext, also nie ohne die Verbindung zum Gegenbegriff existieren[1], [2]
Einer der grundlegendsten Gegensätze dafür wäre Kultur, welche Regeln aufstellt und deshalb immer spezifisch zu betrachten ist, im Kontrast zu Natur, welche das Universelle behandelt. Das oben genannte Inzestverbot schließt jedoch beide Aspekte mit ein. Da es universell gültig ist, muss es natürlich sein, die Vorgaben und Regeln bezeugen jedoch auch die kulturellen Aspekte[1]

Diese Methode illustriert Lévi-Strauss vor allem auch in der
Mythenanalyse


Mythen „are the very exercise of the savage mind. Their internal unity,
their logical
consistency therefore do not lie in their likelihood or in
their referent”[3]

In seinen Werken „Das Wilde Denken“ und in den vier Bänden von „Mythologique“ versucht er seine Theorien zu verdeutlichen.
Überall in der Welt beziehen sich Menschen auf Mythen, sie sind ein universelles Phänomen, und verdeutlichen das kollektive Unbewusste, dieselbe Charakteristik menschlichen Denkens.
Diese Gemeinsamkeiten werden durch große Abstraktionen herausgearbeitet, das heißt, dass auf einer bestimmten Höhe der Abstraktion auch bestimmte Gemeinsamkeiten ersichtlich werden[1], [6]
Laut Lévi-Strauss müssen Mythen auch als eigene Realität betrachtet werden, ungeachtet ihres Kontextes. Mythen existieren für sich selber und sind nicht in erster Linie an die Erzähler gebunden[1)

Der Strukturalismus hat in vielen wissenschaftlichen Bereichen seine Spuren hinterlassen und natürlich auch in der Anthropologie auf verschiedenste Art und Weise.
Der französische Anthropologe Maurice Godelier machte es sich zur Aufgabe Strukturalismus mit Marxismus zu verbinden, indem er behauptete dass Religion und Verwandtschaft die Rolle der Produktionsverhältnisse übernehmen könnten.
Der Fokus von Lévi-Strauss’ Schülerin Francoise Héritier lag vor allem auf der Vertiefung der Verwandtschaftssysteme ihres Lehrers. Ihr Ziel war es die grundlegenden Gesetze von Verwandtschaft ans Licht zu bringen, wobei auch sie die Annahme vertrat, dass alle menschlichen Gesellschaften auf Basis eines gleichen Musters funktionierten.
Auch in der britischen Anthropologie war Lévi-Strauss’ Einfluss deutlich bemerkbar,
bekannte britische Anthropologen wie Edmund Leach oder Victor Turner ließen sich von ihm inspirieren.
Distanziert zum Strukturalismus verhielt sich jedoch die amerikanische Anthropologie.
Als Hervorbringer des Kulturalismus war es für einen Großteil schier unverständlich, dass der Symbolismus menschlichem Denken entspringen könnte[1]

Aus heutiger Sicht scheint der alte Enthusiasmus des Strukturalismus verbleicht, viele Inhalte wie die binäre Sichtweise, sind widerlegt und werden kritisiert.
Nichtsdestotrotz sollte man vor allem das Leben und Werken von Claude Lévi-Strauss schätzen und würdigen und, ungeachtet der eigenen Wertschätzung, seine herausragende Position in der Anthropologie anerkennen.



Quellenangaben

[1] Deliège, Robert (2004): Lévi-Strauss Today. Oxford
[2] Parkin, Robert (2005): The French Speaking Counties. In: Barth, Fredrik/Gingrich, Andre/Parkin, Robert/Silverman, Sydel: One Discipline, FourWays. Chicago: University Press
[3] Hénaff, Marcel (1998): Claude Lévi-Strauss. Minnesota: University Press
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_L%C3%A9vi-Strauss, 12.01.2005.20:30
[5] Barnad, Alan (2ooo): History And Theory In Anthropology. Cambridge: University Press
[6] Skript Vorlesung Dr. Andre Gingrich, Wintersemester 2005

Friday, November 25, 2005

Welche Spezifika seines Werkes machen Durkheim zu einem wichtigen Einflussgeber der anthropologischen (bzw. sozialwissenschaftlichen) Theorienbildung des 20. Jahrhunderts?
Worin bestehen die Neuerungen im Denken Durkheims, die spätere Forschungsrichtungen inspirierten?

Émile Durkheim, oder auch bekannt als Gründervater der Soziologie, zählt nicht umsonst auch noch heute zu den bekanntesten und bedeutendsten Wissenschaftlern des 20. Jahrhunderts, wobei er nicht nur die Soziologie, sondern auch die Philosophie und Anthropologie entscheidend mitgeprägt hat.
Geboren wird er am 15. April 1858 in Épinal, Frankreich, wo er in einer jüdischen Familie aufwächst. Nach Beendung seiner Sekundärausbildung studiert er erfolgreich Geschichte und Philosophie, das Fach, welches er später auch als Gymnasiallehrer unterrichtet.
Seine Möglichkeiten, Soziologie als eigene Disziplin zu etablieren beginnen mit seinem Unterrichten von „Soziologie und Pädagogik“ an der Universität von Bordeaux. Während dieser Zeit wird auch seine Doktoratsarbeit „De la division du travail social“ veröffentlicht, auf die später noch genauer eingegangen wird.
Außerdem gründet er dort auch „L’Année Sociologique“, eine sozialwissenschaftliche Zeitschrift, die, vor allem bei den Studierenden großen Anklang fand.
Später wechselt er auf die Universität von Sorbonne, wo er auch für den Rest seiner Karriere verbleibt [1], [2].


Die vier bekanntesten Werke Durkheims sind
ð „Les règles de la méthode sociologique“
ð „Suicide“
ð „Les formes élémentaires de la vie religieuse“
ð „De la division du travail social“

welche die Grundgedanken Durkheims enthalten und auf welche ich nun genauer eingehen möchte.

In einem seiner ersten bekanntesten Werken „De la division du travail social“ beschäftigt sich Durkheim insbesondere mit dem Phänomen der sozialen Ordnung. Die Frage nach der Herstellung von dieser und der Grund für den Zusammenhalt einer Gesellschaft münden in der Antwort der Arbeitsteilung. Die Idee der Arbeitsteilung ist in allen Gesellschaften vorhanden, wird jedoch auf unterschiedliche Weise verwirklicht.
Durkheim differenziert zwischen der organischen und mechanischen Solidarität.
Die „organische Solidarität“ ist gekennzeichnet von einer hohen Spezialisierung und Arbeitsteilung. Die Bestandteile dieser Gesellschaft sind sehr unterschiedlich und vielfältig, die Tätigkeiten variieren oft stark. Auf Grund der hohen Spezialisierung ist die Bevölkerung jedoch sehr voneinander abhängig und muss, um zu überleben und einen Zusammenbruch zu verhindern, im ständigen Austausch untereinander stehen.
Den Typ der organischen Solidarität sieht Durkheim in den modernen, industrialisierten Gesellschaften verwirklicht.
Die Bestandteile eines Gesellschaftstyps der „mechanische Solidarität“ sind sich im Gegensatz dazu sehr ähnlich, also von einer Homogenität geprägt. Durkheim spricht hier auch von „segmentalen Gesellschaften“. Jedes Segment, jeder Teil funktioniert selbstversorgend, weshalb ein kontinuierlicher Produktaustausch untereinander nicht erforderlich ist.
Arbeitsteilung ist nur im kleinen Rahmen spezialisiert, Alter und Geschlecht spielen dabei zum Beispiel eine Rolle. Die mechanische Solidarität gilt als vorwiegende Struktur in traditionellen Gesellschaften, wie Jäger und Sammlergesellschaften[1], [6].

In dem zweiten seiner vier Hauptwerke „Les règles de la méthode sociologique“ versucht Durkheim ganz klar die Grenzen zwischen Sozialwissenschaften und anderen wie Psychologie und Philosophie zu ziehen, er sieht sie sogar als Gegenspieler.
Um die Soziologie auch wissenschaftlich geltend zu machen begründet er sie durch die so genannten „sozialen Kräfte“, welche er auch „Zustände des kollektiven Geistes“ nennt. Wichtig ist dabei eine soziale Macht, die auf Individuen durch die Gesellschaft oder gesellschaftliche Institutionen ausgeführt wird. [1], [6].
Die ersten Charakteristika gründen auf zwei Punkten:
1) Soziale Kräfte wirken auf Individuen von außen bestimmend
2) Dinge (oder soziale Kräfte als Dinge) die uns umgeben sind nicht einfach nur da, sondern üben auch einen gewissen Einfluss aus, durch beides, An – und Abwesenheit.
Fest verankert werden die sozialen Kräfte in den Individuen durch die Erziehung, die Durkheim immer als eine soziale Weiterentwicklung des Individuums, und nicht als persönliche Weiterentwicklung sieht[1].

Ein weiterer wichtiger Denkvorstoß Durkheims ist das Konzept der „Anomie“, welches er in seinem Werk „Suicide“ ausführlich erläutert.
Anomie bedeutet „Normenlosigkeit“, es beschreibt den Zusammenbruch der Normen, einen Zustand, in dem keine sozialen und moralischen Normen existieren und welcher in Folge dessen zu einem der Norm abweichenden Verhalten führt, wie zum Beispiel dem Suizid [1], [4].

"Man is the more vulnerable to self-destruction the more he is detached from any collectivity, that is to say, the more he lives as an egoist" (1972, p.113 [excerpt from Moral Education]).

Der Suizid wurde ursprünglich nur in dem Themenbereich der individuellen Psychologie behandelt. Durkheim bemüht sich stattdessen einen soziologischen Zugang zu diesem Phänomen zu erlangen, also nicht die individuellen Motive sondern die Selbstmordraten zu erklären. Durch Vergleichen und Auswerten einer riesigen Datensammlung von Suizidraten in Europa ergeben sich für ihn zwei Hauptmerkmale, nämlich dass die Raten variieren (die Stadtpopulation weist eine höhere Rate auf als die Landpopulation) und langzeitig gesehen eine gewisse Konstanz aufweisen. Das bedeutet, dass jeder Suizid durch die speziellen Umstände psychologisch erklärbar ist, die Suizidrate jedoch ist ein kollektives Merkmal und muss demnach soziologisch erklärt werden.
Soziale Gründe für den Selbstmord versuchte er in den, laut ihm, verschiedenen Arten von Selbstmord zu erklären, dem egoistischen, altruistischen und anonymen Suizid, welche im Speziellen auf zwei sozialen Kräften basieren: der sozialen Integration und der moralischen Regulierung
[1], [2], [4].

Sein ganzes Leben hindurch beschäftigt sich Durkheim vor allem mit der Untersuchung von Phänomenen, welche nicht natürlicher oder normaler gesellschaftlicher Natur sind und trotzdem, oder gerade deswegen, eng im Zusammenhang mit der Normenstruktur einer Gesellschaft stehen. Sein Fokus liegt dabei auf der, nach seinen Annahmen, Hauptinstitution einer Gesellschaft: die Religion, mit der er sich vor allem in seinem Werk „Les formes élémentaires de la vie religieuse“ auseinandersetzt.

"If religion has given birth to all that is essential in society, it is because the idea of society is the soul of religion"(Bellah, 1973, p. 191 [excerpt from The Elementary Forms of the Religious Life]).

Für Durkheim hat Religion keinen übernatürlichen Aspekt sondern ist in Wirklichkeit das Produkt der Gesellschaft, welches gleichermaßen Spiegel und Ausdrucksmittel ist. Gott ist sozusagen das Spiegelbild einer Gesellschaft in symbolischer Form.
Religion bietet Individuen Solidarität, einen Lebenssinn und die Möglichkeit der Identifikation, jedoch gibt sie auch moralische und soziale Normen vor.
Weiters erforschte Durkheim, dass in allen Religionen bestimmte Elemente vorhanden sind, und sich auf einen Schwerpunkt stützen, egal in welcher Kultur, nämlich die Unterscheidung in „sakral“ und „profan“. Das „Sakrale“ steht für heilig, religiös und ist, meist durch symbolische Form, religiöser Ausdruck gesellschaftlicher Werte. Es sieht sich vom „Profanen“ bedroht, da dieses im Gegensatz dazu individuelle Werte vertritt.
Um die Struktur von Religionen verstehen und analysieren zu können glaubt Durkheim die „primitivste“, elementarste Form zu untersuchen, den Totemismus [1], [2], [5].

Émile Durkheim hat bis heute viele Wissenschaftler und wissenschaftliche Strömungen geprägt und beeinflusst. Da er seinen Blick nicht nur auf weit entfernte Gesellschaften richtete, wie es bis damals üblich war, und vor allem durch seinen Gegenwartsbezug und Bruch mit dem Evolutionismus schaffte er die Voraussetzungen für Strömungen wie den Funktionalismus und dessen Vertreter Radcliffe – Brown, A. R., und den Funktionalismus.
Kritisiert wurde er oft von dem Anthropologen Arnold van Gennep. Van Gennep war im Gegensatz zu Durkheim kein „armchair anthropologist“ und missbilligte deshalb besonders seine ethnografischen Texte, welche auf nicht ausreichendem Datenmaterial basieren.
Außerdem fokussierte er, nach Meinung von van Gennep, vor allem auf gesellschaftliche Aspekte und klammerte den individuellen Einfluss völlig aus [1].
Trotz aller Kritik hat es Durkheim geschafft, sein Lebensprojekt und Ziel zu erreichen, nämlich die Entwicklung eines neuen, wissenschaftlich begründbaren Verstehens der gesellschaftlichen Realität, die Soziologie.




Quellenangabe:


[1]Poggi, Gianfranco (2000): Durkheim. Oxford: University Press. 1. Auflage

[2]Parkin, Robert (2005): The French - Speaking Countries. In: Barth, Fredrik/Gingrich, Andre/Parkin, Robert/Silverman, Sydel: One discipline, four ways. Chicago: University Press

[3]Giddens, Anthony (1972): Émile Durkheim; Selected Writings. London: Cambridge University Press. In: http://durkheim.itgo.com/anomie.html

[4]Thompson, Kenneth (1982): Émile Durkheim. London: Tavistock Publications. In: http://durkheim.itgo.com/suicide.html

[5]Bellah, Robert N. (1973): Emile Durkheim: On Morality and Society, Selected Writings. Chicago: The University of Chicago Press. In: http://durkheim.itgo.com/religion.html

[6]Jones, Robert Alun (1986): Emile Durkheim: An Introduction to Four Major Works. Beverly Hills: Sage Publications. In: http://www.relst.uiuc.edu/durkheim/Summaries/rules.html

Thursday, November 10, 2005

Ich warte auf Benutzung